Haus Hildener Künstler, Hilden

11th - 21st September 1987

24 paintings shown

Haus Hildener Künstler logo

PAUL CRITCHLEY

Gemälde

Haus Hildener Künstler

Hofstraße 6, Hilden

vom 11. Sept. bis 21. Sept. 1987


Eröffnung

Freitag 11. Sept. 1987 20.00 Uhr

Der Künstler ist anwesend

Paul Critchley hat seine Gemälde in verschiedenen Austellungen in England gezeigt. Zu diesen Austellungen zählen „ICA YOUNG CONTEMPORARIES” London und die zweite Internationale Kunstmesse, die ebenfalls in London stattfand. 1984 wurde er zum Mitgleid der  „Manchester Academy of Fine Arts” (Akademie der schönen Künste) gewählt, nachdem Ihm der Hauptpreis dieser Akademie verliehen wurde. Seit Septemer 1985 hat er in Berlin und in Südfrankreich gelebt. Er wohnt jetzt seit sechs Monaten in Holland.


Während dieser zwei Jahre hat er die Gemälde für diese Austellung gemalt. Der Maler versucht darin, eine Gesamtumgebung darzustellen – eine Reihe von Ansichten auf einer Leinwand. Die Darstellung eines solchen Rundblicks führt allerdings zwangsläufig zu einer Verzerrung der Perspektive d.h. des Raumes und Umfangs. Aus diesen Verzerrungen, zusammen mit einer realistichen Wiedergabe des Themas können halb-surrealistische Bilder entstehen, besonders wenn gewohnte Gegenstände eine wichtige Rolle in den dargestellten Geschichten spielen.


Obwohl der Maler in seinen früheren Gemälden eine konventionellere Basis  von Quadraten und Rechtecken benutzte, führten diese eingeengten Formen zu einer natürlichen Entwicklung der Vorstellung, ein gestaltetes Format zu verwenden, wo die Kombination von Raum, Umfang, Farbe und Ton ein ein homogeneres Werk fördern. Bei dieser Austellung werden einige Werke präsentiert, die durch eine Mischung von der eigentlichen Baustruktur und der gemalten Illusion eine zusätzliche und der gemalten Illusion eine zusätzliche Dimension erfahren haben.

invitation to exhibition at Haus Hildener Künstler
Exhibition invitation
Paintings in the exhibition : Berlin Bar, Portrait of a Single Man, Stray Dog
Paintings in the exhibition : Ein stujke van limburgse vlaal, Johaniterstraße 7, Cold Bath
Painting in the exhibition : Johanniterstraße, 7
Paintings in the exhibition : Dutch Interior,
Paintings in the exhibition : Portrait of a Single Man, Stray Dog, Johannierstraße 7, The Bait
Paintings in the exhibition : The Bait, Dutch Interior, The Staircase, The Next Supper

Rheinische Post

Annemarie Baumann                            

Gemälde von Paul Critchley im Haus Hofstraße 6 

Räumliche Konstruktion und gemalte Illusion

Hilden - Räume, - Umgebungen mit ihrer Atmosphäre und bisweilen auch ihren Bewohnern - sind Paul Critchleys Thema. Über Jahre arbeitete der Brite, der 1984 in die Manchester Academy of Fine Arts aufgenommen wurde, an der Idee ihrer Darstellung. Beispiele für die Verwirklichung des Anliegens, Umgebungen möglichst umfaßend zu zeigen, präsentiert Paul Critchley jetzt im Haus Hildener Künstler.


In seinen Ölgemälden auf Leinwand ebenso wie in sienen dreidimensionalen Karton-Konstruktionen führt der Aussteller Serien von Ansichten aus unterschniedlichen Blickrichtungen vor Verbunden werden realistische Wahrnehmungen subjektive Erfahrungen und zuweilen auch Erinnerungen (etwa Assoziationen zu Kompositionen alter Meister) Abgestimmt auf die darzustellenden Räume auf winkelige Treppenhäuser, das Berliner Kneipenszenarium, das niederländische Interieur, entwirft Paul Critchley seine ganz unkonventionellen und ideenreichen Formate. Erst sie ermöglichen in der Verbindung von Raum, Maßstab und Farbe (letztere nicht seiten in subtilen Schattierungen verarbeitet) eine harmonische Komposition.


Anfängliche Verunsicherung und Überraschungen angesichts solch ungewöhnlicher Formate, darüber hinaus freilich auch mit Blick auf Verzerrungen und Verfremdungen der Perspektive, wird bei längerer Beschäftigung mit den Bildern abgelöst durch die Lust am Schauen, am Entdecken immer neuer realistisch wiedergebender Details. Paul Critchleys Gemälde gefallen nicht zuletzt deshalb, weil sie Geschichten erzählen: Da werden Tagesabläufe sichtbar räumliche Grenzen und zeitliche Abfolgen durch die raffinierte Zusammenschau aufgehoben.


In manchen Arbeiten bringt der Aussteller zusätzliche Blickfänge spielerische Gags mit ein. So liefert er etwa zun holländischen Interieur auswechselbare Fensteraussichten im Spektrum von üppig blühenden Tulpenfeldern und malerischen Windmühlen: Wechselbilder, die amüsieren, die darüber hinaus aber auch Stimmung und Atmosphäre der Gesamtkomposition die variabel machen. In anderen Bildern ist er der ausgesparte Türschlitz oder auch der natürliche Lichteinfall in einem Treppenhaus, jenes Miteinander von räumlicher Konstruktion und gemalter Illusion, das Anreize für den Betrachter schafft und eine zusätzliche kreative Dimension eröffnet.


Wie maßgeblich eben diese Raumwirkung ist illustrieren konventionell gerahmte Aquarelle, sozusagen Minaturansichten der Großformate, die Paul Critchley vornehmlich im zweiten Raum der Hauses Hildener Künstler zeigt.


15.9.1987